WILD AT HEART: The TEDDY as a Catalyst
Abschnitt Info
Queer Cinema wirkt wie ein Teilchenbeschleuniger, queere Filmfestivals wie Katalysatoren. Aus lokalen Kollektiven hervorgegangen sind diese Festivals zu bedeutenden Community-Events gewachsen – oft Seite an Seite mit unabhängigen Kinos. Seit Jahrzehnten fungieren sie als zentrale Verbreitungsstrukturen für queeres Filmschaffen. Auch der TEDDY entstand aus dem Zusammenschluss des LGBT Film Festival Kollektivs. Die jährlichen Treffen des Kollektivs auf der Berlinale brachten nicht nur die Idee des Preises hervor, sondern schufen auch einen Raum, in dem Festivals Erfahrungen austauschen, ihre Programme erweitern und die Sichtbarkeit ihrer Filme durch den TEDDY stärken konnten. Daraus ergeben sich grundlegende Fragen nach kultureller Infrastruktur und Einfluss: Hat dieses zusätzliche Spotlight queeren Festivals mehr Gewicht verliehen und ihnen ermöglicht, zu wachsen, sich zu professionalisieren und ihre Programme langfristig zu sichern? Und auf welche Weise hat der TEDDY das internationale Netzwerk queerer Filmfestivals gefestigt? Wie hat er es inspiriert, geprägt oder vielleicht sogar materiell unterstützt?
Datum: Sonntag, 15.02.2026
Ort: Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen I Mauerstraße 79, 10117 Berlin
Zeit: 11:00 - 12:15 Uhr
Freier Eintritt
Moderation:
Bartholomew Sammut
Panorama Programmanager*in, Senior Programmer*in & TEDDY-Award-Koordinator*in
Pronomen: dey/dem
Bartholomew Sammut ist eine maltesisch-australische, nichtbinäre Filmprogrammierer*in und Gründer*in des XPOSED Queer Film Festival, das dey bis 2021 leitete, sowie Initiator*in des Queer Short Film Fund. Dey ist seit 2009 Teil von Panorama und arbeitet dort seit 2019 sowohl als Program Manager*in als auch als Mitglied des Programming Advisory Committee.
Panelist:
Allegra Madsen
Programmiererin, Geschäftsführerin, Frameline
Pronomen: sie/ihr
Allegra Madsen leitet das Frameline, das internationale LGBTQ+-Filmfestival in San Francisco, als Geschäftsführerin und Programmgestalterin. Seit ihrem Eintritt bei Frameline im Jahr 2021 hat sie die Reichweite und Wirkung des Festivals erweitert und queeres Kino einem vielfältigen Publikum zugänglich gemacht. Ihr Engagement für inklusive Kulturprogrammgestaltung hat die Verbindungen innerhalb der Community durch die Kraft des Films gestärkt, wobei sie einen besonderen Schwerpunkt auf aufstrebende LGBTQ+-Stimmen und transgressive Erzählweisen legt.
Unter ihrer Leitung hat sie wertvolle Partnerschaften mit internationalen Filmfestivals und Kultureinrichtungen aufgebaut. Gleichzeitig setzt sie sich für zugängliche Programmangebote ein, die einen kulturellen Dialog anstoßen. Madsen hält weltweit regelmäßig Vorträge über die Zukunft des queeren Kinos.
@restlesslegsss @framelinefest
Hui Chen Huang
Filmregisseurin, Produzentin
Pronomen: sie/ihr
Hui-Chen Huang ist eine unabhängige Filmemacherin und Produzentin. In einer Arbeiterfamilie geboren, sind ihre Arbeiten stark von ihrem biografischen Hintergrund und langjährigem sozialen Engagement geprägt.
Ihr Langfilmdebüt Small Talk wurde 2017 auf der Berlinale mit dem TEDDY Award für den besten Essayfilm ausgezeichnet. Derzeit produziert sie ihren zweiten Langfilm LOMÁ, eine 18-jährige beobachtende Reise, die Fragen von Identität und der Bedeutung von Zuhause untersucht.
2024 gründete sie ihre Produktionsfirma Your Sister Films. Als aufstrebende Produzentin wurden ihre Projekte unter anderem bei Clermont-Ferrand, HIFF, Yamagata und BIFF ausgewählt.
@huichen1978
Jürgen Brüning
Produzent, Regisseur, Kurator
Pronomen: tunte
Jürgen Brüning ist ein in Berlin ansässiger Filmproduzent und Regisseur. Er produzierte Projekte von queeren Ikonen wie Dennis Cooper, Cheryl Dunye, Thunska Pansittivorakul, G.B. Jones, Shu Lea Cheang, Maria Beatty, Emilie Jouvet, Lior Shamriz und Ela Troyano. Zudem produzierte Brüning Bruce LaBruces Langfilmdebüt No Skin Off My Ass sowie die meisten der darauffolgenden Arbeiten des Filmemachers.
@juergenanger
Popo Fan
Komiteemitglied, Beijing Queer Film Festival, Gastkurator, Sinema Transtopia
Pronomen: er/ihm
Popo Fan hat als Filmemacher seit 2009 mit seinen queeren Dokumentarfilmen einen bedeutenden Einfluss auf die chinesische Gesellschaft ausgeübt. 2017 zog er von Beijing nach Berlin, wo er seinen Schwerpunkt auf das Schreiben und die Regie von narrativen Spielfilmen verlagerte. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit intersektionalen Themen wie Migration und Geschlecht und integrieren dabei häufig Genre-Elemente, unter anderem aus Komödie und Thriller.
Nach der Veröffentlichung mehrerer Kurzfilme in Deutschland entwickelt Popo derzeit seinen ersten narrativen Langspielfilm und arbeitet zugleich als Gastkurator bei Sinema Transtopia in Berlin. 2017 wurde er für Berlinale Talents ausgewählt und war 2019 Mitglied der Teddy-Award-Jury bei der Berlinale. 2023 erhielt er in Berlin den PorYes Feminist Porn Award.
Popo Fan engagiert sich weiterhin aktiv für queere Belange in China. Er ist nach wie vor als Trainer beim Queer University Video Camp tätig und seit nahezu zwei Jahrzehnten an der Organisation des Beijing Queer Film Festival beteiligt.
@popofan
Sylvie Cachin
Filmregisseurin, Künstlerische Leiterin, Everybody’s Perfect
Pronomen: sie/ihr
Sylvie Cachin ist eine Filmregisseurin, deren preisgekrönte Filme auf zahlreichen Festivals erfolgreich gezeigt wurden, bevor sie 2017 die künstlerische und geschäftsführende Leitung des Everybody’s Perfect – Geneva International Queer Film Festival übernahm. In ihrer eigenen Produktionsfirma Lunafilm arbeitete sie als Drehbuchautorin, Kamerafrau, Editorin und Produzentin.
Angetrieben von einem Sinn für Entdeckungen und Freiheit, engagiert sie sich radikal für das Autoren-Kino und für queere und feministische Sichtweisen. Mit großer Leidenschaft für vielfältige künstlerische Erfahrungen zielt ihre kuratorische Arbeit darauf ab, dem Publikum jedes Jahr aufs Neue eine besondere filmische Magie zu eröffnen.
@cylainsta @everybodysperfect_official