WILD AT HEART: Embedding Queer Cinema in Industry Structures
Abschnitt Info
Stoffentwicklung vorantreiben, Zugänge zum Markt schaffen: Queeres Kino war immer in Gemeinschaft verwurzelt – getragen von Netzwerken zwischen Filmschaffenden und Programmierenden und geprägt von hybriden Produktionsweisen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie der TEDDY Brücken gebaut und strategische Allianzen geschaffen hat, um queere Filme strukturell in Industrie und Markt zu verankern. Mit dem Wachstum der TEDDY Foundation erweiterte sich auch ihr Aktionsradius: Publikationen, Interviews und eine kontinuierliche digitale Präsenz steigerten die Sichtbarkeit des queeren Kinos deutlich. Einen entscheidenden Wendepunkt markierte die feste Etablierung der Pitch‑Sessions und des Industry‑Empfangs beim European Film Market im Gropius Bau – ein klares Signal, das queeres Kino ins Zentrum des Marktgeschehens rückt. Darauf aufbauend weitete der TEDDY seine Partnerschaften aus, etwa durch Kooperationen mit Berlinale Talents, die Einführung der TEDDY Talents Talks und die Einbindung des Directors’ Exchange in den Berlinale HUB. So stärkte der TEDDY nicht nur queere Stimmen, sondern gestaltete aktiv die professionellen Ökosysteme mit, in denen queeres Kino heute zirkuliert – geprägt von DNA jener frühen Treffen queerer Programmer*innen im queeren Buchladen Prinz Eisenherz, aus denen er vor 40 Jahren hervorging.
Datum: Donnerstag, 19.02.2026
Ort: Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen I Mauerstraße 79, 10117 Berlin
Zeit: 11:00 - 12:15 Uhr
Freier Eintritt
Moderation:
Bartholomew Sammut
Panorama Programmanager*in, Senior Programmer*in & TEDDY-Award-Koordinator*in
Pronomen: dey/dem
Bartholomew Sammut ist eine maltesisch-australische, nichtbinäre Filmprogrammierer*in und Gründer*in des XPOSED Queer Film Festival, das dey bis 2021 leitete, sowie Initiator*in des Queer Short Film Fund. Dey ist seit 2009 Teil von Panorama und arbeitet dort seit 2019 sowohl als Program Manager*in als auch als Mitglied des Programming Advisory Committee.
Panelist:
Cerise Howard
Co-Kuratorin, Melbourne Cinémathèque
ehemalige Programmdirektorin, Melbourne Queer Film Festivalt
Pronomen: sie/ihr
Cerise Howard stammt aus Aotearoa Neuseeland und ist Co-Kuratorin der Melbourne Cinémathèque. Sie ist ehemalige Programmdirektorin des Melbourne Queer Film Festivals (2023–2024), war Mitbegründerin und künstlerische Leiterin des Czech and Slovak Film Festival of Australia (2013–2018) und 2014 Mitbegründerin von Tilde – Melbourne Trans & Gender Diverse Film Festival. Als Studioleiterin an der RMIT University, die sich auf die Förderung von Medienfestivals und die Hinterfragung der Unzulänglichkeiten des Kanons spezialisiert hat, sind ihre Kommentare zu Filmen in einer Vielzahl von Medien zu finden, sowohl in Printmedien als auch online (z. B. bei Senses of Cinema) oder integriert in Heimkino-Veröffentlichungen. Sie ist regelmäßig Mitglied von Filmfestival-Jurys – zuletzt bei der Berlinale 2024 (TEDDY-Jury) und 2025 (FIPRESCI-Jury: Panorama), war Mitglied der internationalen Jury des East-West: Golden Arch Awards, die das eurasische Kino feiern, und spricht seit 2006 im Radiosender 3RRR in Melbourne über Filme. Sie spielt Bassgitarre bei Queen Kong and the HOMOsapiens (visuelles Album erscheint in Kürze…) und der aufstrebenden Band Age of Monotremes.
@cerise.howard
Christina Just
Programmentwicklung & Organisation, Berlinale Talents
Pronomen: sie/ihr
Christina Just studierte Europäische Literaturen und Skandinavistik. Von 2016 bis 2019 arbeitete sie für die Berlinale-Sonderreihe NATIVe – Eine Reise ins indigene Kino. Seit 2019 ist sie Teil des Berlinale Talents-Teams und dort für die Programmentwicklung und -organisation zuständig. Mit ihrem theaterwissenschaftlichen Hintergrund hat sie kürzlich das norwegische Off-Theater CORPUS bei Archivrecherchen und Übersetzungen unterstützt. Im Sommer arbeitet sie als Inspizientin bei den Salzburger Festspielen.
Lu Linares
Festival Manager*in, Inside Out 2SLGBTQ+ Film Festival
Pronomen: dey/dem
Lu Linares ist Programmierer*in und Kulturmanager*in, in Peru geboren und in Toronto ansässig. Die Arbeit von Lu ist stark geprägt durch die eigenen Erfahrungen als queerer Migrant*in und konzentriert sich darauf, neue queere und trans Stimmen im Film sichtbar zu machen und zu fördern. Lu hat für zahlreiche Festivals programmiert und mit ihnen zusammengearbeitet, darunter das imagineNATIVE Film and Media Arts Festival, das aluCine Latin Film and Media Arts Festival, das Toronto Queer Film Festival, das Vancouver Queer Film Festival, das Urbanworld Film Festival sowie das Breakthroughs Film Festival. Zudem war Lu als Gutachter*in für das (Egg)celerator Lab von Chicken & Egg Pictures und den Firelight Media Fund tätig.
Aktuell ist Lu Festival Manager*in beim Inside Out 2SLGBTQ+ Film Festival, mit einem Schwerpunkt auf der Förderung aufstrebender Talente und der Unterstützung von Filmschaffenden in ihrer Entwicklung. 2021 erhielt Lu den Queer Emerging Artist Award des Buddies in Bad Times Theatre für die Beiträge zu Film und Theater. Zuletzt entwickelte und initiierte Lu die REFocus Residency von Inside Out, die Frauen und genderdiverse Filmschaffende durch Mentoring und Branchenworkshops unterstützt.
Und nicht zuletzt ist Lu ein Drittel der Boyband The Boyband, einer Latinx Drag-King-Boyband – und stolze*r Jungfrau.
@ml_llama
Matthijs Wouter Knol
CEO und Direktor, Europäische Filmakademie
Pronomen: er/ihm
Der in den Niederlanden geborene Matthijs Wouter Knol ist seit 2021 CEO und Direktor der Europäischen Filmakademie. In dieser Funktion verantwortet er die Geschäftsführung, die strategische Ausrichtung sowie sämtliche damit verbundenen Programme der aktuellen und zukünftigen Aktivitäten der Akademie. Dazu zählen unter anderem Marken- und Publikumsentwicklung, Wissensvermittlung, Projekte zum Filmerbe sowie die jährlichen Europäischen Filmpreise.
Vor seinem Studium der Zeitgeschichte, das er mit einem Masterabschluss an der Universität Leiden (Niederlande) sowie am Königlichen Niederländischen Institut in Rom (Italien) abschloss, arbeitete er als Zeitschriftenredakteur und Journalist. Ab 2001 war er in Amsterdam als Creative und Associate Producer an 30 preisgekrönten Dokumentarfilmen beteiligt, unter anderem mit renommierten Regisseur*innen wie Heddy Honigmann, Maria Augusta Ramos und Mani Kaul. Für ARTE koproduzierte er eine digitale Edition von 40 restaurierten Werken des niederländischen Dokumentarfilmers Johan van der Keuken, die 2006 mit dem Prix Cahiers du Cinéma ausgezeichnet wurde.
Nach einem kurzen Engagement beim IDFA (2007–2008) war Matthijs Wouter Knol zwölf Jahre lang Teil des Leitungsteams der Berlinale – zunächst als Head of Programming von Berlinale Talents (2008–2014), anschließend als Direktor des European Film Market (2014–2020).
Neben der Initiierung zahlreicher neuer Ausbildungs- und Branchenplattformen setzt sich Matthijs Wouter Knol konsequent für mehr Diversität, Chancengleichheit und Inklusion ein und hat entsprechende Förderprogramme bei Berlinale Talents, dem EFM und der Europäischen Filmakademie eingeführt. Er lehrt und coacht an verschiedenen Filmschulen und ist regelmäßig als Moderator und Redner bei internationalen Branchenveranstaltungen tätig.
Darüber hinaus war er Mitglied der Hauptjurys der Filmfestivals von Buenos Aires, Jerusalem, Istanbul und Locarno. Er spricht fließend Niederländisch, Englisch und Deutsch, verfügt über gute Kenntnisse in Französisch und Italienisch und baut derzeit seine Spanisch- und Portugiesischkenntnisse weiter aus.
@matthijswk
Raul Niño Zambrano
Creative Director, Sheffield DocFest
Pronomen: er/ihm
Raul Niño Zambrano ist seit 2023 Kreativdirektor des Sheffield DocFest, eine Position, die er sich nach der erfolgreichen Durchführung der 29. Ausgabe des Festivals als Leiter der Filmprogramme im Jahr 2022 verdient hat. Zuvor war er als Senior Programmer beim IDFA (International Documentary Film Festival Amsterdam) tätig, wo seine Karriere 2008 begann. Während seiner dreizehnjährigen Tätigkeit beim IDFA führte Raul die bahnbrechende Studie „The Female Gaze” (2014) durch, in der er die Rolle von Frauen im Dokumentarfilm untersuchte, und rief 2013 den IDFA Queer Day ins Leben.
Beim Sheffield DocFest leitete Raul die Einführung von Premieren von TV-Dokumentarserien, den innovativen Podcast Pitch und zuletzt die Gründung des Queer Realities Director’s Lab, das kreative Grenzen im Bereich des queeren Non-Fiction-Storytelling inspirieren und erweitern soll.
Als aktives Mitglied der Dokumentarfilm-Community war Raul als Jurymitglied bei renommierten internationalen Festivals tätig, darunter Hot Docs, Nordisk Panorama, das Morelia International Film Festival, das BFI London Film Festival und das Taiwan International Documentary Festival. Außerdem hat er sein Fachwissen als Dozent und Mentor der Branche bei renommierten Veranstaltungen wie den Al Jazeera Documentary Industry Days, FESPACO, DMZ und dem Bogotá Audiovisual Market weitergegeben.
@raulninoz @sheffdocfest