Uchronia
In diesem von Arthur Rimbauds „Eine Zeit in der Hölle“ inspirierten Doku-Essay begibt sich der Geist des französischen Dichters auf eine Reise durch die Zeit. Seine fiebrigen Visionen öffnen Portale in alternativen Zeitlinien – die sogenannten „Uchronien“. Rimbaud begegnet revolutionären Figuren wie Emma Goldman, David Wojnarowicz und Marsha P. Johnson. Gemeinsam erkunden sie die Möglichkeiten gesellschaftlicher Veränderung und reflektieren über die Bedeutung von Revolution in Zeiten der Desillusionierung. Inspiriert von der Geschichte des experimentellen queeren Kinos des 20. Jahrhunderts feiert der Film die Enfants terribles und dissidenten Freaks dieser Welt.
Letztlich setzt sich der Film mit dem gegenwärtigen politischen Klima und dessen Parallelen zu Rimbauds eigener Zeit auseinander. Lässt sich Post-Internet-Ennui und weitverbreiteter Defätismus durch die Augen eines dekadenten Dichters des späten 19. Jahrhunderts verstehen? Kann seine Kritik an nationaler Identität und europäischen Konzepten von Barbarei Aufschluss über den heutigen Rechtsruck in der EU geben? Wie gehen wir mit queerer Sichtbarkeit im Mainstream um, wenn gleichzeitig Transphobie grassiert?
In seiner Auseinandersetzung mit diesen rhetorischen wie brisanten Fragen entfaltet der Film gleichzeitig alternative Geschichtsbilder, ein synästhetisches Gedicht und eine Achterbahnfahrt der Affekte.
Details
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Länge
97 min -
Land
Griechenland, Niederlande -
Vorführungsjahr
2026 -
Herstellungsjahr
2026 -
Regie
Fil Ieropoulos -
Mitwirkende
Kristof, Flomaria Papadaki, Marlo Mortimer, Amani Cosmo, Robert Carithers, Eve Libertine, Antoinetta Angelidi -
Produktionsfirma
FYTA Films, GROM Production -
Berlinale Sektion
Forum Expanded -
Berlinale Kategorie
Dokumentarfilm