Janine zieht aufs Land

placeholder

„Um der Verachtung damals zu widerstehen, hab ich mir oft vorgestellt, das Dorf ist eine leuchtende Bühne. Und jetzt will ich wieder zurück aufs Dorf.“ Janines Entschluss ist gefasst. Gemeinsam mit ihrem asthmatischen Partner kehrt sie Berlin den Rücken. Doch auf den leblosen Dorfstraßen weckt ihre queere Erscheinung nicht nur positive Assoziationen. Die eigene Vergangenheit in der Provinz verarbeitend, flicht Jan Eilhardt eine Auswahl privater Videoclips und Fotos in seinen Film, die zeigen, dass Janine ihn schon lange begleitet. Genauso wie die Erinnerung an seine Mutter Brigitte, die das Aufwachsen im Dorf als wichtige Prüfung erkannte: rurale Stigmatisierung als deutsches Little Rock. Ein Weg, der auch Nachbar Peter bevorsteht, der mit seiner überforderten Mutter und Bruder Enrico zusammenlebt. Janines Ankunft schürt seine Sehnsüchte, bedeutet aber auch ein mit Ängsten behaftetes Heraustreten. Jan Eilhardt übersetzt die Begegnung in einen campigen, erotisierenden und bisweilen auch dramatischen Rundumblick auf ein feindseliges Milieu. Alte Wunden konfrontierend, unterwandert Janine dieses lasziv, musikalisch und mit der Zuversicht einer, die sich noch nie etwas beweisen musste.

Details

  • Länge

    74 min
  • Land

    Deutschland
  • Vorführungsjahr

    2025
  • Herstellungsjahr

    2025
  • Regie

    Jan Eilhardt
  • Mitwirkende

    Janine Lear, Maximilian Brauer, Adrian Wenzel, Kathrin Angerer, Pierre Emö, Susanne Bredehöft, Daniel Zillmann, Beatrice Cordula
  • Produktionsfirma

    Eilhardt Productions
  • Berlinale Sektion

    Forum
  • Berlinale Kategorie

    Spielfilm

Biografie Jan Eilhardt

Jan Eilhardt hat an der HFBK Hamburg Film und Perfomance (u.a. bei Marina Abramović) studiert und bei Heiner Müller am Berliner Ensemble assistiert. Seine Filme und experimentellen Projekte laufen auf internationalen Filmfestivals, im Kino und Museumskontext. Sein Langfilmdebüt Scherbengericht feierte 2013 auf dem Slamdance Film Fest Premiere. Fremdenverführerin(2022), ein queer-aktivistischer Super 8-Kurzfilm, lief auf internationalen Festivals und gewann zahlreiche Awards. 2025 folgt der autobiografisch inspirierte Spielfilm Janine zieht aufs Land, unterstützt von mediatalents (nordmedia).

Filmografie Jan Eilhardt

2002 Straße der Revolution (Streets of the Revolution) | 2003 Dance | 2004 Tertiär | 2005 Quasar | 2006 CDF 1 | 2007 CDF 2 | 2012 Scherbengericht (The Court of Shards) | 2012 Moby Dick Piece | 2013 The Last Night of Baby Gun | 2014 Gun Street Girl Sings Tom Waits | 2021 The Real Court of Shards | 2022 Fremdenverführerin (Sanaa, Seductress of Strangers) | 2025 Die Bienenverweigerin (Beer Refusic) | 2025 Bad Luck | 2025 Janine zieht aufs Land (Janine Moves to the Country)