Filme A bis Z

Winner

Paragraph 175

Länge:
81 min.
Herstellungsjahr:
1999
Land:
USA
Regie:
Darsteller/Mitwirkende:
Gad Beck
Heinz Dörmer
Pierre Seel
Heinz F.
Albrecht Becker
Annette Eick
Rupert Everett
Karl Gorath
Klaus Müller
Produktionsfirma:
Telling Pictures
Berlinale Sektion:
Panorama
Berlinale Kategorie:
Dokumentarfilm
Teddy Award:
Best Documentary/ Essay Film

Der „Rosa Winkel“ ist innerhalb der Schwulenbewegung ein vertrautes Symbol, seine Geschichte und Bedeutung aber ist vielen Homosexuellen vor allem außerhalb Deutschlands und zumal einer breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Untersuchungen zufolge weiß nur jeder vierte Amerikaner, daß Homosexuelle unter der Nazi-Herrschaft verfolgt wurden, ganz zu schweigen davon, daß der „Rosa Winkel“ in den Konzentrationslagern dazu diente, homosexuelle Gefangene kenntlich zu machen. In Interviews berichten fünf von den rund 100.000 homosexuellen Verfolgten des Naziregimes von ihren Erlebnissen und Leiden zwischen 1933 und 1945: – Gad Beck, 1923 geboren, der nach 1933 als „Halbjude“ eingestuft wurde und ab 1935 eine jüdische Jungenschule besuchte, sich 1941 einer jüdischen Widerstandsgruppe anschloß, kurz vor der Befreiung in Haft kam und 1947 nach Israel emigrierte. 1979 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde in der Jüdischen Gemeinde Berlins Mitarbeiter von Heinz Galinski; – Heinz Dörmer, 1912 geboren, war in der Jugend aktiver Pfadfinder und als Jugendführer 1933 gezwungen, Mitglied der Hitlerjugend zu werden; 1935 wurde er wegen seiner Homosexualität ausgeschlossen. Mehrmals verhaftet, verbrachte er fast zehn Jahre im Gefängnis und in Konzentrationslagern; – Pierre Seel, aus Elsaß-Lothringen stammend, wurde in den KZs Schirmeck und Struthof gefangengehalten, 1941 zum Eintritt in die Wehrmacht gezwungen, ehe er für kurze Zeit in russische Kriegsgefangenschaft geriet; – Heinz F., 1905 geboren, der in den 20er und 30er Jahren als Mitglied einer schwulen Bohème in Berlin und München lebte und ab 1935 rund neun Jahre in Konzentrationslagern verbrachte; – Albrecht Becker, 1906 geboren, geriet 1935 in Haft; nach seiner Entlassung trat er in die Wehrmacht ein, denn, so sagt er: „Dort waren Männer!“
(Albrecht Becker wurde ebenfalls porträtiert in Rosa von Praunheims TOTE SCHWULE - LEBENDE LESBEN.)

Trailer auf YouTube ansehen (mit engl. Untertiteln)

Presseheft zum Film

Presseheft zum Film
Paragraph 175 Wikipedia
Urteil des Bundesverfassungsgericht 1957
Holocaust Memorial Museum of Washington über den rosa Winkel (EN)
Dossier für Lehrpersonal über §175
Dossier für Lehrpersonal über §175 (EN)
Artikel über §175
Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
Zeitzeug_innen-Archiv der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
LSBTTIQ Baden-Württemberg
IMDb
Film Wikipedia
Videotrailer auf Youtube
Ganzer Film OmU
Robert Beachy (American Academy Berlin) über homosexuelle Geschichte Berlins (EN)

zurück zur Übersicht