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The Naked Civil Servant

Länge:
78 min.
Herstellungsjahr:
1975
Land:
Großbritannien
Regie:
Darsteller/Mitwirkende:
Quentin Crisp
John Hurt
Liz Gebhardt
Patricia Hodge
Stanley Lebor
Katharine Schofield
Colin Higgins
John Rhys-Davies
Stephen Johnstone
Antonia Pemberton
Lloyd Lamble
Joan Ryan
Produktionsfirma:
Thames Television Ltd.
Berlinale Sektion:
Panorama
Berlinale Kategorie:
Spielfilm

"The Naked Civil Servant" heißt die Autobiografie des britischen Exzentrikers, Autors und Entertainers Quentin Crisp, die 1975 für das britische Fernsehen adaptiert wurde. John Hurt, in der Rolle von Quentin Crisp, wurde dafür als Bester Schauspieler 1976 mit dem British Academy Television Award ausgezeichnet. Der Film THE NAKED CIVIL SERVANT machte Quentin Crisp quasi über Nacht berühmt. Heute zählt der Film von Jack Gold zu den besten einhundert britischen Fernsehfilmen des 20. Jahrhunderts.
Zu Beginn des Films erklärt Quentin Crisp, dass jeder Film, selbst der schlechteste, am Ende doch besser ist als das Leben: Bereits in seiner Kindheit spürt Quentin, dass er anders ist und sich nicht zu Frauen hingezogen fühlt. Quentins Eltern wollen jedoch nicht wahrhaben, was mit ihrem Sohn nicht stimmt und lassen sich lieber von Ärzten beraten. Schliesslich senden sie ihn auf eine Kunsthochschule… Doch dann trifft Quentin einen Transvestiten, der als Prostituierte arbeitet. Quentin beginnt Make-up für sich zu entdecken, aber auch seine exhibitionistische Ader. Von diesem Moment an, trägt er seine Homosexualität wie einen Orden zur Schau und das zu einer Zeit, in der die meisten schwulen Männer, ihre Homosexualität nur im Geheimen leben… Misshandlungen und Beschimpfungen gehören zu Quentins Leben. Er beginnt als Prostituierte zu arbeiten… Doch als er eine Beziehung mit einem Staatsbeamten hat und Nachbarn sich über die Aktivitäten, die man durch das Schlafzimmerfenster beobachten kann, bei der Polizei beschweren, geht diese gegen die beiden Männer vor…

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Quentin Crisp gilt als der erste Engländer, der sich in seinem Land öffentlich zur Homosexualität bekannte. In der Verfilmung seiner 1968 erschienenen Autobiografie tritt er selbst auf und gibt eine Einführung in sein schillerndes Leben. Von John Hurt mit einer kongenialen Grandezza dargestellt, wurde er durch Jack Golds Adaption zu einer Ikone der Schwulen­bewe­gung und weltweit akzeptierten „fashion queen“.

In AN ENGLISHMAN IN NEW YORK (2008) stellte John Hurt Quentin Crisp abermals dar und wurde 2009 mit dem SPECIAL TEDDY AWARD für seine herausragende schauspielerische Leistung geehrt.

Bereits 1990 entstand der Dokumentarfilm RESIDENT ALIEN über das Leben Crisps.

engl. Clip auf YouTube ansehen

FILMOGRAFIE Jack Gold (Auswahl)

2008 Milk  1975 The Naked Civil Servant 

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