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Lover Other: The Story Of Claude Cahun And Marcel Moore

Länge:
55 min.
Herstellungsjahr:
2006
Land:
USA
Regie:
Darsteller/Mitwirkende:
Kathleen Chalfant
Maty Pottenger
Alana Chazan
Yves Musard
Produktionsfirma:
Barbara Hammer Productions
Berlinale Sektion:
Panorama
Berlinale Kategorie:
Dokumentarfilm

In einer Collage aus Fotos, Dokumenten, Interviews, lyrischen Passagen und nachinszenierten Szenen erinnert Barbara Hammer an zwei surrealistische Künstlerinnen und lesbische Widerstandskämpferinnen, deren Arbeiten und Schicksale heute weithin vergessen sind – an Claude Cahun (eigentlich Lucie Schwob, 1894–1954) sowie an ihre Freundin und Geliebte Marcel Moore (Suzanne Malherbe, 1892–1972). Claude Cahun, eine Nichte des Schriftstellers Marcel Schwob, und Marcel Moore waren Stiefschwestern. Schon um 1910 verliebten sie sich ineinander und blieben ihr Leben lang zusammen; sie gelten als das erste lesbische Paar, das auf künstlerischem Gebiet zusammenarbeitete. Nach ihrem Studium in Oxford und an der Sorbonne machte sich Claude Cahun in Paris einen Namen als Autorin und Fotografin. Ihre Selbstporträts mit den unterschiedlichsten Masken und Kostümen machten sie berühmt, während Marcel Moore als Zeichnerin und Illustratorin hervortrat. 1932/33 waren sie Mitglieder der antifaschistischen Künstlervereinigung AEAR (Association des Ecrivains et Artistes Révolutionnaires), 1937 übersiedelten sie auf die Kanalinsel Jersey. Als im Zweiten Weltkrieg die Deutschen 1940 Jersey besetzten, leisteten die beiden Freundinnen kreativen Widerstand. Sie stellten Plakate her und schrieben Manifeste, außerdem verfassten sie Flugblätter, mit denen sie die Besatzer zur Meuterei anstiften wollten. 1944 wurden beide Frauen von der Gestapo verhaftet und zum Tode verurteilt; ein Großteil ihrer künstlerischen Arbeiten wurde zerstört. Nach der Befreiung der Insel im Mai 1945 wurden sie entlassen. Von den Folgen der Haft erholte sich Claude Cahun nie.

Trailer auf barbarahammer.com ansehen (englisch)

BIOGRAFIE Barbara Hammer

Barbara Hammer wurde am 5. Mai 1939 in Hollywood, Kalifor- nien geboren. Sie arbeitet vorwiegend mit Film und Video und hat über 80 Arbeiten in einer 30 Jahre dauernden Karriere realisiert. Sie gilt als Pionierin des Queer Cinema. Ihre experimentellen Filme aus den 1970er Jahren beschäftigten sich oft mit Tabuthe- men wie Menstruation, dem weiblichen Orgasmus und lesbischer Sexualität. In den 1980ern nutzte sie den optischen Printer, um Fragen der Wahrnehmung und Fragilität im 16mm Film zu erötern. Optic Nerve (1985) und Endangered (1988) wurden von den Whit- ney Museum of American Arts Biennalen 1985 und 89 ausgewählt, Nitrate Kisses (1992) für die Whitney Biennale 1993. Ihre fac- ettenreichen Filmessays versuchen die Zuschauer körperlich und intellektuell zu involvieren, in der Hoffnung sie zu aktivieren und soziale Veränderungen herbeizuführen. Barbara Hammer lebt und arbeitet in New York City.

FILMOGRAFIE Barbara Hammer (Auswahl)

2018 Evidentiary Bodies  2010 Generations  2010 Maya Deren's Sink  2008 A Horse Is Not A Metaphor  2006 Fucking Different New York  2006 Lover Other: The Story Of Claude Cahun And Marcel Moore  1993 Sanctus  1992 Nitrate Kisses  1991 Vital Signs  1989 Sill Point  1979 Bent Time  1979 Available Space 

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