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homo@lv

Länge:
70 min.
Herstellungsjahr:
2010
Land:
Lettland
Regie:
Produktionsfirma:
ELM Media
Berlinale Sektion:
Panorama
Berlinale Kategorie:
Dokumentarfilm

In vielen Metropolen gehören die Paraden aus Anlass des Christopher Street Days schon lange zum Alltag. In der lettischen Hauptstadt Riga, wo Aktivisten erstmals 2005 eine Gay Pride-Parade organisierten, ist das vollkommen anders. Offizielle Verbote und gewalttätige Gegendemonstrationen auf der einen, internationale Solidarität auf der anderen Seite begleiten das lettische LGBT-Event von Anfang an. In HOMO@LV lässt der lettische Filmemacher Kaspars Goba die fünfjährige Auseinandersetzung Revue passieren, die 2010 einen neuen Höhepunkt erreichte, als die schwedische EU-Ministerin Brigitta Ohlsson die Parade eröffnete, was konservative Politiker des lettischen Parlaments prompt als Einmischung in innere Angelegenheiten bezeichneten. Die innere Angelegenheit besteht in einem homophoben Mob, der von der Polizei oberflächlich in Schach gehalten, Gay Pride-Teilnehmer mit Parolen wie „Tod den Schwulen“, „Homo-Nazis“, „Päderasten“ oder „Lettland den Letten“ beschimpft. Die alljährliche Auseinandersetzung führt dazu, dass Gay Pride-Aktivisten ihren Beruf verlieren und Pastoren, die sich für Lesben und Schwule engagieren des Dienstes enthoben werden. Für den Grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck ist das Baltikum längst zum „Hot Spot im Kampf für die Menschenrechte von Lesben und Schwulen in der EU“ geworden. Im katholischen Lettland sieht die Bevölkerungsmehrheit das vollkommen anders. Nach einer repräsentativen Umfrage von 2010 wollen drei Viertel der Bevölkerung, dass die Gay Pride-Parade verboten wird. In seinem Film beschreibt Kaspars Goba die Rolle einzelner Politiker in dieser Auseinandersetzung und ihre Manipulationsmethoden. Worum geht es ihnen eigentlich wirklich?

FILMOGRAFIE Kaspars Goba (Auswahl)

2010 homo@lv 

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